| Der Begriff "Multimedia" bezeichnet
(rechnergestützte) Systeme und Anwendungen, die unter Verwendung von zeitunabhängigen
(z.B. Text, Graphiken) und zeitveränderlichen (z.B. Bewegtbilder, Audio)
Darstellungsmitteln Informationsinhalte bereitstellen, die von einem Benutzer interaktiv
beeinflußt werden können. Für die Multimedia-Eigenschaft ist es somit nicht ausreichend,
daß lediglich verschiedene Darstellungsmittel in einem Medium vereint werden, sondern
daß es sich dabei um eine Kombination von zeitunabhängigen und zeitabhängigen
Darstellungsmitteln handelt. In der Forderung nach Interaktivität kommt zum Ausdruck,
daß ein multimediales System eine Schnittstelle aufweisen muß, die einen Dialog mit dem
Benutzer ermöglicht. (Aufgrund des Fehlens einer solchen "Schnittstelle"
handelt es sich beispielsweise beim Fernsehen, das die Darstellung von Bild-, Ton- und
Textinformationen ermöglicht, noch nicht um ein multimediales System.) Im Bereich der Telekommunikation sind sogenannte Multimedia-Dienste von Bedeutung, die TK-Netze zur Übertragung multimedialer Informationen an verschiedene Orte nutzen. Hierbei kann zwischen multimedialen Kommunikations- und Distributionsdiensten unterschieden werden: Multimediakommunikations-Dienste ermöglichen eine multimedial unterstütze, symmetrische (d.h. der Informationsfluß von und zu einzelnen Teilnehmern ist in beiden Richtungen etwa gleich groß) Interaktion bzw. Kommunikation zwischen einigen wenigen Personen. (Anwendungsbeispiel: Multimediale Videokonferenzen im Bereich der Telemedizin, während der von den Teilnehmern zusätzliche Informationen wie z.B. Röntgenbilder, Patientendaten etc. über den Bildschirm abgefragt werden können.) Im Gegensatz dazu steht bei Multimediadistributions-Diensten die Informationsverteilung vom Bereitsteller der Information an eine große Anzahl von Empfängen im Vordergrund. Diese Multimedia-Dienste, zu denen Anwendungen wie Video-on-Demand oder Teleshopping (mit direkter Bestellmöglichkeit) gehören, zeichnen sich durch einen asymmetrischen bzw. weitgehend einseitigen Informationsfluß ausgehend vom Anbieter aus. Dieser kann Multimediadistributions-Dienste nutzen, um Informationen über ein Produkt (oder das Produkt selbst) an eine möglichst große Anzahl von Empfängern zu verteilen. Der Empfänger bzw. Kunde erhält lediglich eine begrenzte Rückkopplungsmöglichkeit, beispielsweise zur Abwicklung eines Bestellvorgangs. Für netzgestützte Multimedia-Dienste werden auf
langfristige Sicht hohe Marktwachstumsraten prognostiziert. Zur Realisierung der
verschiedenen Konzepte bzw. für eine umfassende gewerbliche Nutzung dieser Dienste sind
aber vielfach erst die notwendigen technischen, rechtlichen und betriebswirtschaftlichen
Voraussetzungen zu schaffen (z.B. eine entsprechend bandbreitige und rückkanalfähige
TK-Infrastruktur). |
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