ISDN [ZURÜCK][WEITER]
Integrated Services Digital Network. ISDN ist ein digitales TK-Netz, das eine digitale Übertragung von Sprache und Daten und die Integration unterschiedlicher Dienste in einem einzelnen TK-Netz ermöglicht. Grundzüge des ISDN-Standards wurden bereits in den 80er Jahren entwickelt und führten zur Entstehung teilweise unterschiedlicher nationaler Standards (in Deutschland auf Basis des 1TR6-Protokolls), die aber in Europa zunehmend durch die Einführung eines einheitlichen Euro-ISDN-Standards verdrängt wurden. (In Deutschland wird Euro-ISDN seit 1994 angeboten.) Neben höheren Datenübertragungsraten werden dem Teilnehmer durch ISDN im Vergleich zum analogen Telefonnetz eine Vielzahl zusätzlicher Dienstemerkmale angeboten. Hierzu gehören Verbindungsmerkmale wie z.B. ® Anklopfen, ® Anrufumleitung, ® Makeln, ® Dreierkonferenz, aber auch Informationsmerkmale, wie beispielsweise die Übermittlung und Anzeige der Rufnummer beim Verbindungsaufbau.

Beim ISDN werden grundsätzlich zwei verschiedene Teilnehmeranschlußarten unterschieden, nämlich (1) der Basisanschluß und (2) der Primärmultiplexanschluß. Der ISDN-Basisanschluß beinhaltet zwei Nutzkanäle (B-Kanäle) je 64 kbit/s und einen Steuerkanal (D-Kanal) mit 16 kbit/s und wird dem Teilnehmer ausgehend von der Vermittlungsstelle bis zum kundenseitigen Netzabschluß über eine normale (bisher auch für analoge Telefonanschlüsse genutzte) Kupferdoppelader (UK0-Schnittstelle) bereitgestellt. Hinter der Netzabschlußeinrichtung steht dem Teilnehmer eine sogenannte S0-Schnittstelle zur Verfügung, die als vierdrähtiger Bus ausgeführt ist, da in der Netzabschlußeinrichtung eine Richtungstrennung (ankommend und abgehend) der beiden Kanäle des Basisanschlusses erfolgt. An diese S0-Schnittstelle, die als ISDN-Endgeräteschnittstelle dient, können insgesamt bis zu 8 (ISDN-)Endgeräte angeschlossen werden.

Aufgrund der zwei Nutzkanäle können beim ISDN-Basisanschluß jeweils zwei (ISDN-)Geräte gleichzeitig und unabhängig voneinander betrieben werden. Für den Betrieb analoger Endgeräte am ISDN-Basisanschluß werden als a/b-Wandler oder Terminaladaptoren (TA) bezeichnete Anpassungseinrichtungen angeboten, die wie ein ISDN-Gerät an den S0-Bus angeschlossen werden und die benötigte analoge a/b-Schnittstelle zur Verfügung stellen. Hierbei muß berücksichtigt werden, daß die volle ISDN-Funktionalität aber nur mit ISDN-Geräten genutzt werden kann.
Den verschiedenen Endgeräten können zur Endgeräteauswahl unterschiedliche Rufnummern zugeordnet werden, die in der Teilnehmervermittlungsstelle des TK-Netzbetreibers dem Basisanschluß zugeordnet werden und bei der Signalisierung eines kommenden Rufs an alle Endgeräte des Anschlusses gesendet werden. Der ankommende Ruf wird dann von demjenigen (ISDN-)Endgerät entgegengenommen, bei dem die im Gerät einprogrammierte und die gesendete Rufnummer übereinstimmen.
Der ISDN-Basisanschluß selbst stellt keine Funktionen zur internen Vermittlung von Verbindungen zwischen den angeschlossenen (ISDN-)Endgeräten bereit. Verbindungen zwischen den (ISDN-)Endgeräten eines Basisanschlusses müssen deshalb über die Teilnehmervermittlungsstelle aufgebaut werden, so daß hierfür Ortsverbindungsentgelte zu zahlen sind. Um eine gebührenfreie interne Kommunikation zwischen den (ISDN-)Endgeräten zu ermöglichen, kann hinter der Netzabschlußeinrichtung aber eine geeignete (ISDN-)Telefonanlage angeschlossen werden. Diese Anlagen stellen oftmals auch Schnittstellen zur Verfügung, mit denen am ISDN-Basisanschluß neben den ISDN-Geräten auch analoge Endgeräte betrieben werden können.

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